Großer Raum des Klostermuseums

Mehrere Themenkreise wurden hier zusammengefasst

Medizinische Versorgung

Tiegel und Tuben aus der "Klosterapotheke"

Bekanntlich besaßen die Klöster grundlegende Kenntnisse über die Heilwirkung von Kräutern und Heilpflanzen  sowie die Zubereitung heilenden Essenzen.

Zu den Arzneikräutern der Region gehörten u. a. Lilie, Salbei, Gartenraute, Minze (Pfefferminz und Lavendelminz),  Liebstöckel, Fenchel, Rosmarin, Bohnenkraut.

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Standardwerke der Kräuterheilkunde dürften den Klosterfrauen bekannt gewesen sein (Lorscher Arzneibuch oder die Abhandlungen der Hildegard v.Bingen über Heilkräuter).

Eine Vielzahl anderer Kräuter mit z.T. heilender Wirkung wie Sumpf- und Wiesenwurz, Löwenzahn, Thymian, Basilikum, Arnika, Johanneskraut, Petersilie, Koreander, Dill, Sellerie, Lauch, Kümmel und Senf fand aber vornehmlich Verwendung in der Küche.

Heiztechnik

Gab es im Kloster nur einen beheizbaren Raum ?

Die archäologischen Untersuchungen 1980 leisteten einen beachtlichen Beitrag zur mittelalterliche Beheizung des Saarner Fauenklosters.

In der Gründungs- bzw. Aufbauphase des Klosters war vermutlich die Konventsstube der Nonnen – abgesehen von Sonderbereichen wie Küche, Gästehaus oder Krankenstube – gleichzeitig auch Wärmestube (calefaktorium). Sie war nach den Lebensgewohnheiten der Zisterzienser der einzige Raum im Nonnenhaus, der an kalten Tagen beheizt werden konnte und wo sich die Nonnen (etwa 30 Nonnen im Jahre 1300) aufwärmen konnten.

Der Einbau eines Kachelofens in der Konventsstube im Zuge einer Klosterreform (1476-81) und der anschließenden Renovierung der Klostergebäude wurde archäologisch nachgewiesen; vermutlich wurde der bis dahin benutzte offenen Wandkamin ersetzt.

Das Refektorium der Nonnen konnte mit Warmluft beheizt werden (Hypokaustheizung). Die Archäologie datiert den Einbau dieses Systems aber erst in die Regierungszeit der Äbtissin Eva Schilling von Gustorf (1547-70). Nach der Befundlage war eine Feuerkammer (im Prinzip ein steinerner Backofen) am Nordhang des Klostergeländes durch einen 14 m langen gemauerten Kanal mit der Nordseite des Refektoriums verbunden, so dass erhitzte Luft durch eine Wandöffnung direkt über dem Fußboden in den Speiseraum strömen konnte.

Aufgrund der strengen Standestrennung von Nonnen und Konversen geht man davon aus, dass in der Frühzeit des Klosters im Konversenflügel eine eigene Wärmestube einschl. Küchenbereich für das Dienstpersonal vorhanden war. In der Bauphase im ausgehenden 15. Jh. wurde auch das mittelalterliche Wirtschaftsgebäude errichtet, das  gleichzeitig als Konversenhaus diente. Das Laienrefektorium war beheizbar. An der Stelle, an der sich anfangs ein offener Wandkamin befand, wurde unter der Äbtissin Eva Schilling von Gustorf (1547-70) ein Kachelofen eingebaut, mit dem das Laienrefektorium bis zum Neubau der barocken Wirtschaftsgebäude in der ersten Hälfte des 18. Jhs. beheizt wurde.

Aus gefundenen Scherben wurde der renaissancezeitliche Kachelofen mit biblischen Motiven rekonstruiert. Anhand der Aufschrift  „RUIMSER“ auf einem Kachelfragment läßt sich die Herstellung des Kachelofens auf die 1.Hälfte des 16. Jhs. datieren;  „Ruimser Kaiser“ war ein Insignium des Kaisers Karl V. (1520 – 56). In der oberen Reihe wird die Weihnachtsszene dargestellt, in der mittleren Reihe der Einzug Jesu in Jerusalem und in der unteren Reihe Jesus im Gespräch mit der Samariterin am Jacobsbrunnen.

Literatur:  R.Lommerzheim:  Ergrabene Geschichte - Die Geschichte des Klosters der Zisterzienserinnen in Mülheim an der Ruhr nach den Befunden der archäologischen Forschung, Edition Werry 1998

Erst in der barocken Neubauphase der Klostergebäude wurden für die Nonnen eigene kleine Haushaltungen mit vermutlich eigenen Heizöfen (gusseisernen Öfen) eingerichtet.

Haushaltgegenstände

Glas - Porzellan - Gebrauchsgegenstände

Die in der großen Vitrine des Raums befindlichen Exponate zeigen deutlich, dass man zumindest in der Zeit, als die Fundstücke noch in Gebrauch waren, durchaus "zu leben wußte".

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Aktualisierung: 01.09.2015 - 20:35 / Redakteur: webmaster
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